La pétition, en allemand

Gender Studies/Geschlechterforschung,

Forschung und Bildung/Erziehung

Ein gutes Zusammentreffen

 

Notre pétition en allemand : à faire circuler à tous vos contacts germanophones !

merci à nos amies Katharina, qui a traduit le texte, et Regina, des associations Dissens et Genderbüro.

 

 

Petition: Gender Studies/Geschlechterforschung, Forschung und Bildung/Erziehung: Ein gutes Zusammentreffen

Unterrichtende vom Kindergarten bis zur Universität, Forscher_innen, Student_innen reagieren und rufen alle zur Unterstützung auf.

Diese Petition ist für alle offen.

http://www.petitionpublique.fr/PeticaoVer.aspx?pi=P2014N45876

 

Seit einigen Tagen werden Schüler_innen und Eltern von Schüler_innen durch Mails und SMS extremistischer Vereinigungen belästigt, die das Gerücht verbreiten, dem zufolge aufgrund einer Einführung « des Genders » ihre Kinder in der Schule in Gefahr seien. Dieses Manöver der Destabilisierung von Eltern ist nicht nur empörend (den Kindern wurde die Schule vorenthalten [Anmerkung der Übersetzerin: in Form von Schulstreiks]), sondern darüber hinaus ist dieses Gerücht total verlogen. Dennoch zirkulieren seit mehreren Tagen die extremistischsten Aussagen, die Hass wecken gegen Homosexuelle, Juden, Feminist_innen, Lehrkräfte, die mit dem ABCD de l’égalité arbeiten und Geschlechterforscher_innen, alle präsentiert als Feinde der Gesellschaft.

In Anbetracht dieser gefährlichen Aussagen, in Anbetracht der Risiken eines extremistischen Abrutschens, wollen wir, Unterrichtende, Studierende, Forschende, das Wort ergreifen, die Realität erzieherischer/bildender und wissenschaftlicher Praktiken von heute in Erinnerung rufen und unsere Mitbürger_innen aus allen Regionen Frankreichs, aller Herkünfte und aller Kulturen zur Unterstützung aufrufen.

NEIN, die Kinder sind nicht in Gefahr. Nein, es wird keine Vorführungen « sexueller » Filme in der Schule geben, und die Jungen werden nicht zu Mädchen gemacht (ebenso wenig wie umgekehrt).

NEIN, die vorgebliche « Gender-Theorie » existiert nicht, dafür aber existieren die Gender-Studies/Geschlechterforschung. Gender ist ganz einfach ein Konzept, um objektive Realitäten zu denken. Man ist nicht ein Mann oder eine Frau in der gleichen Form im Mittelalter oder heute. Man ist nicht Mann oder Frau in der gleichen Form in Afrika, in Asien, in der afrikanischen Welt, in Schweden, in Frankreich oder in Italien. Man ist nicht Mann oder Frau in der gleichen Form, wenn man Führungskader oder Arbeiter ist. Gender ist ein Werkzeug, das Wissenschaftler_innen nutzen, um diese Differenzen zu denken und zu analysieren.

JA, die schulischen Programme laden dazu ein, über Geschlechterstereotype nachzudenken, da die Schule [unterschiedliche Schulformen werden genannt; Anm. d. Ü.] der Ort ist, wo die Unterrichtenden Égalité/Egalität [also gleiche Rechte und Ausgangsvoraussetzungen, Zugänge, Ressourcen etc.; Anm. d. Ü.] und Toleranz fördern, wo die Kinder Respekt vor (kulturellen, geschlechtlichen, religiösen) Differenzen lernen. « Vati liest die Zeitung im Wohnzimmer, Mutti ist in der Küche. » [Zitat auf Deutsch, dann Übersetzung auf Französisch]. So haben Schüler_innen in den 1980er Jahren Deutsch gelernt, vermittelt über die Abenteuer von Rolf und Gisela. Über Gender nachdenken heißt über die Effekte dieses Typs von Botschaft nachzudenken.

JA, die Schule ist der Ort, wo man allen erlaubt, im Französisch-, Geschichts-, Bio- & Geologie- [ein zusammengefasstes Fach; Anm. d. Ü.], Staatsbürgerschaftskunde- und Sportunterricht  über die verhängnisvollen gravierenden Konsequenzen erlernter Ideen zu reflektieren und bestimmte Vorurteile zu hinterfragen, die dazu geführt haben, dass jahrhundertelang ein Protestant keine Katholikin geheiratet hat, die dazu geführt haben, dass man noch heute eine Ministerin aufgrund ihrer Hautfarbe beleidigt, die dazu führen, dass kleinen Jungen mit dem Ruf « pédés » [in etwa "Schwule", kommt aber von Päderast, ist also eine verleumderische Gleichsetzung von Schwulen mit Pädosexuellen, ist aber der gebräuchliche Ausdruck; Anm. d. Ü.] auf dem Schulhof zugesetzt wird, die dazu führen, dass Matteo niemals wagen würde zuzugeben, dass er von zwei Mamas erzogen und geliebt wird, und die dazu führen, dass Alice sterben möchte, weil man sie als Mädchen, an dem ein Junge verloren gegangen ist, behandelt, die Hass und Zerrissenheit schaffen. Ja, die Schule ist der Ort, wo man den Schüler_innen erlaubt, sich zu fragen, warum die Prinzessinen nicht auch die Prinzen retten könnten.

Geschlechterforschung/Gender Studies bearbeiten ein wissenschaftliches Feld, das vom Ministerium für Forschung und Hochschulwesen und der CNRS unterstützt wird, und sie haben vielfältigen Nutzen in Erziehung/Bildung und im Kampf gegen Diskriminierungen: Diese Studien und diese Arbeiten existieren schon lange an der Universität. Zahlreich sind die Akademien [meint nicht nur Unis, sondern Schulen etc.; Anm. d. Ü.], die Fortbildungs-/Ausbildungstage zu diesen Themen organisieren; zahlreich sind die Unis, die Kurse anbieten, die Gender integrieren: in Soziologie, in Erziehungswissenschaften, in Anthropologie, in Biologie, in Wirtschaftswissenschaften, in Philosophie, in Geschichte, in Literatur etc. Sensibilisierungs-Einheiten bzgl. Fragen von Geschlechter-Egalität sind Teil der Lehrkräfte-Ausbildung für Grund- und Sekundarschulen.

Indem sie den Schüler_innen erlauben, die Diversität aktueller Familien wahrzunehmen, indem sie ihnen zeigen, dass die Rollen von Männern und Frauen abhängig von Orten und Epochen variiert haben und dass die Liebe vielfältige Formen hat, eröffnen Forschende und Unterrichtende Kindern, den Bürger_innen von morgen, die Freiheit, eine egalitärere und harmonischere Welt zu schaffen/konstruieren.

 

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Wenn sie die Petition online zeichnen, geben Sie bitte alle Ihre Profession und Region (und wenn Sie Studierende, Unterrichtende und/oder Forschende sind, auch Ihren Status, Ihre Disziplin und Ihre Universität) an.

Darüber hinaus, wenn Sie in Kontakt mit der Gemeinschaft/Community bleiben wollen, die sich um diesen Aufruf sammelt, geben Sie beim Unterzeichnen bitte an, dass Ihre Email-Adresse für die Organisator_innen dieser Petition sichtbar sein soll.

Die untenstehende Liste führt die Komitees gemäß ihrer Eingangs-Reihenfolge auf und entwickelt sich weiter. Um die gesamten Kontakte, die Erstunterzeichner_innen, die Vereinigungen, die involvierten Universitäten und die lokalen Komitees zu sehen: http://genrerechercheeducationrencontre.unblog.fr/

 

 

NdlR : Si l’une ou l’un d’entre vous a l’envie ou l’énergie de traduire ou de faire traduire le texte de la pétition en anglais, ce serait un outil utile pour ouvrir de nouveaux contacts internationaux !

 

 

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